Die Studie „Natur- und Klimaschutz in Städten“

Städtisches Grün trägt maßgeblich zur Lebensqualität bei, zum Beispiel durch Temperaturreduktion, die Möglichkeit der Naherholung oder auch als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Diese Befragung ist Teil eines Projektes der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftsplanung (ANL). Ziel ist ein breiter Überblick über die Aktivitäten und Ideen bayerischer Städte im Natur- und Klimaschutz. Die ANL ist eine Lehr- und Forschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bayerischen Umweltministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV).

Die Studie ist in zwei Phasen untergliedert:
a) Diese Befragung der Städte und
b) die Unterstützung der Weiterentwicklung der Projekte und Ideen.

Themenfelder

1. Stadt-Natur-Identität

Städte identifizieren sich häufig über Ihre kulturellen Besonderheiten. Aber nutzen Sie Ihre Stadtnatur bereits als Teil Ihrer städtischen Identität? Dabei können Highlights in der Stadtnatur (besondere Arten oder Lebensräume) und in der Umgebung ebenso herangezogen werden, wie scheinbar triviale Flächen, welche aber im Lebensalltag eine wichtige Rolle einnehmen, beispielsweise für Kurzzeiterholung oder das persönliche Wohlbefinden. Fördern Sie den Erhalt einer gefährdeten Art oder entsiegeln Sie städtische Flächen, um neue Grünflächen zu schaffen und möchten Ihr Stadtimage verstärkt darauf aufbauen? Nutzen Sie bereits Ihre Öffentlichkeitsarbeit dafür die Schönheit der städtischen Natur sichtbar werden zu lassen? Zum Beispiel über Videos auf Webpages/Sozialen Medien/Selbstdarstellungen?

Sie haben die Vision, dass Ihre Bevölkerung und Besuchende die kulturellen Besonderheiten Ihrer Stadt genauso kennen und benennen, wie die natürlichen Besonderheiten? Dann schreiben Sie uns Ihre Ideen!

2. Kommunale Strategien zum Biodiversitätsschutz und deren Umsetzung

Haben Sie Ideen oder eine Strategie, Artenreichtum in Ihrer Stadt zu fördern? Begleiten Sie Ihr Engagement durch Öffentlichkeitsarbeit und schützen Sie die Biodiversität in Ihrer Kommune bereits aktiv? Oder haben Sie städtische Flächen, welche sich naturschutzfachlich erfolgversprechend nutzen ließen? Dabei ist entscheidend, wie Sie es schaffen, Bevölkerung, Verwaltung und Politik mitzunehmen und für eine Aufwertung der Stadtnatur zu begeistern. Aber auch eine gesellschaftliche Bedarfsanalyse (integrale Berücksichtigung von wichtigen Belangen, wie Klimaanpassung, Umweltgerechtigkeit, Stadt-Umland-Beziehungen, Nutzungskonflikte, begrenzte Flächenverfügbarkeit) kann Gegenstand ihrer Strategie sein. Artenreichtum fördern und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen, kann so die Identität einer Stadt wesentlich prägen.

Sie haben in dieser Befragung auch die Möglichkeit Ihr bestehendes Biodiversitätskonzept hochzuladen.

3. Biotopverbund und dynamische Naturflächen im Siedlungsraum

Städtische Grünflächen sind häufig isoliert. Sie untereinander sowie mit Grünflächen außerhalb von Städten zu vernetzen, erhöht ihre ökologische Bedeutung. Deshalb ist auch im städtischen Umfeld ein Biotopverbund sehr wichtig. Dieser bildet Korridore für Tiere und Pflanzen und schafft Frischluftschneisen. Dazu tragen vor allem strukturreiche, dynamische Flächennutzungen bei, wie extensive Weidelandschaften und Kleinstflächen mit Wildnis-Charakter (beispielsweise Gebüsche und Wälder). Diese Landschaftsteile können zugleich hochattraktiv für Naherholung und gezielte Besucherlenkung in stadtnahe Bereiche sein.

Wenn Sie hier Ideen oder Konzepte haben, dann schreiben Sie uns!

4. Naturfreundliche bzw. biodiversitätsfreundliche Produktion von Lebensmitteln im Stadtbereich

Wollen Sie die natur- beziehungsweise biodiversitätsfreundliche Produktion lokaler Lebensmittel innerhalb Ihrer Stadt fördern? Was hat Ihr Stadtgebiet an kulinarischen Spezialitäten zu bieten, mit denen Sie Klima- oder Naturschutzziele verbinden? Welche könnten innerstädtisch über „urban gardening“ oder „urban farming“ auch mit Naturschutzaspekten produziert werden (beispielsweise strukturelle Aufwertung der Freiflächen)? Die kurzen Transportwege und die Verknüpfung von Freizeitaktivitäten innerhalb der städtischen Umgebung entlasten gleichzeitig das Klima. Zudem können Sie die Bevölkerung in die Lebensmittelproduktion einbeziehen und so Wissen zu deren Beitrag zum Naturschutz vermitteln. Haben Sie hierzu Ideen oder Projekte? Zum Beispiel die Organisation von kooperativen, gemeinsamen Anbauflächen im Umland (Public farming) oder ökologische Verpachtung von landwirtschaftlichen Produktionsflächen in ihrer Stadt. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge!

5. Naturbewusstsein und naturgerechte Naherholung

Naturentfremdung kann vielfältig geschehen: Über abnehmende Sachkenntnis und Interesse ebenso wie über eine Naturidealisierung bzw. -stilisierung. Beides führt zu einem verzerrten Bild von Natur.
Hier sind innovative Ideen gefragt, welche über klassische Umweltbildung hinausgehen können. Zentral dabei ist, Natur wahrzunehmen, zu schätzen und Zusammenhänge zwischen Natur- und Klimaschutz zu verstehen (Vermittlung von systemischem Denken – system thinking).
In diesem Kontext kann auch eine Nah-/Naturerholung stehen. Diese führt zu Ansprüchen an die grüne Infrastruktur, wie eine gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Personennahverkehr, besonders an Wochenenden oder in den Abendstunden. Wir suchen hier Innovationen, wie Naherholung mit Naturbewusstseinsförderung und geschickter Besucherlenkung kombiniert werden können.
Oder haben Sie Projekte oder Ideen, wie sie mit Ihren Bürgern gemeinsam Kleinstflächen in der Stadt entsiegeln und gestalten wollen? Öffentliche Grünflächen in die Hände der Bevölkerung zu übergeben und diese fachlich zu unterstützen ist ein möglicher Baustein für mehr Naturbewusstsein in der Stadt. Wir freuen uns über Ihre Vorschläge!

Zum Download

pfeile Infoblatt
(Symbol für ein barrierearmes pdf. 659 KB) pfeile Zum Fragebogen

Ablauf der Studie

Perspektive für Kommunen

Alle Kommunen, die den Fragebogen in Phase 1 ausfüllen, werden mit ihren von uns fachlich geprüften Projekten/Ideen/Konzepten auf unserer Projektseite auf der Homepage der ANL genannt (sofern gewünscht). Alle Kommunen, die in Phase 2 beteiligt sind, erhalten Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Projekte, der Kommunikation und Vernetzung mit anderen Kommunen mit ähnlichem Thema, sowie der Antragsentwicklung. Dafür wurde eigens eine Projektstelle an der ANL geschaffen.

Ansprechpartnerin

Celina Stanley
Projektmitarbeiterin
Bayerische Akademie für Naturschutz
und Landschaftspflege (ANL)
Seethalerstraße 6
83410 Laufen
Telefon: +49 8682 8963-54
Bitte geben Sie die E-Mail-Adresse entsprechend dem Muster ein. Sie setzen sich aus vorname.name@anl.bayern.de zusammen.

Projektkoordination

Dr. Wolfram Adelmann
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
Fachbereich 3: Angewandte Forschung und internationale Zusammenarbeit
Seethalerstraße 6
83410 Laufen
Telefon +49 8682 8963-55
E-Mailadresse.

Dieter Pasch
Direktor
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
Seethalerstraße 6
83410 Laufen
Telefon: +49 8682 8963-28
Bitte geben Sie die E-Mail-Adresse entsprechend dem Muster ein. Sie setzen sich aus vorname.name@anl.bayern.de zusammen.

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