Ökostation Straß ein Naturerlebnis
1988 wurde das Gelände vom Bayerischen Naturschutzfonds erworben und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) zu Forschungs- und Lehrzwecken überlassen. Seit 1995 wird auf den Flächen der Ökostation ein Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt. Wesentliche Änderungen sind die Umstellung des Mahdregimes und der Verzicht auf jegliche Düngung.
Lehre
Die Ökostation ist für die Akademie sehr wichtig, um verschiedene Wiesen-und Feuchtgebietstypen mit Ihren Nutzungsvarianten im Rahmen von Praktika oder Kursen vorstellen zu können. Diese Lebensräume und ihre inzwischen im Gebiet hervorragend ausgeprägte Artenvielfalt können hier hautnah erlebt werden.
Forschung
Verschiedene Mahdvarianten werden in einem Monitoringprojekt untersucht. Beobachtet werden Langzeitentwicklungen bei Fauna und Flora. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen für die Naturschutzpraxis abgeleitet.
Forschungsziele sind:
- Erprobung der Langzeitwirkung der Mahdvarianten auf verschiedenen Feuchtflächentypen.
- Entwicklung methodischer Standards für Langezeituntersuchungen auf Feuchtflächen.
- Entwicklung regional angepasster Erfolgskontrollen.
Kooperationspartner sind: Fachhochschule Weihenstephan, Fachbereich Landschaftsarchitektur sowie das Forschungszentrum für Landwirtschaft und Forsten der Polnischen Akademie der Wissenschaften Posen.
Offen für Naturerlebnisse
Die Ökostation steht jedem zum individuellen Naturerlebnis offen. Wir bitten Sie auf Veranstaltungen besondere Rücksicht zu nehmen und, wenn Sie Ihren Hund dort ausführen, anfallende Hinterlassenschaften mitzunehmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Im Bereich der Gewässer sind beispielsweise im Sommer schlüpfende Libellen zu beobachten. Von der Larve bis zum voll entwickelten Insekt: Der Plattbauch (Libellula depressa) ist eine unserer häufigsten Libellenarten. Er lebt vorwiegend an kleinen, vegetationsarmen Gewässern. Seine Flugzeit reicht von Anfang Mai bis Mitte August. Das Männchen unterscheidet sich vom gelben Weibchen durch einen blauen, wachsartigen Hinterleib.
Bild links: Beginn des Schlupfvorgangs der Plattbauch-Libelle
Bild mitte: Der Plattbauch sitzt nach dem Schlupfvorgang noch auf der leeren Puppe
Bild rechts: Der Plattbauch nach dem Schlupfvorgang mit ausgebreiteten Flügeln
Entwicklung
Seit 1995 wurde die „normale“ Nutzung als Intensivgrünland auf düngerfreie Bewirtschaftung und Aussetzen jeglicher Grabenräumung umgestellt. Durch Verlandung der Gräben stieg die Feuchtigkeit der Böden in den bachnahen Flächen an; gleichzeitig nahm die Struktur- und Artenvielfalt enorm zu. Standörtliche Unterschiede wurden jetzt mit den sich ausbildenden verschiedenen Pflanzengesellschaften deutlich sichtbar. Aus artenarmen Wirtschaftswiesen entstanden artenreiche Feuchtflächen, die heute zum großen Teil gesetzlich geschützte Feuchtflächen nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz darstellen.
Wiesen und Nutzung
Die verschiedenen Vegetationstypen sind Ausdruck unterschiedlicher standörtlicher Verhältnisse und der jeweiligen Nutzung. Das Nutzungsmosaik unterschiedlicher Mahdvarianten lässt sich im Gelände deutlich an der Zusammensetzung und Struktur der einzelnen Wiesentypen erkennen.
So erreichen Sie die Ökostation Straß
Für den Weg nach Laufen bitten wir die unter dem unten dargestellten Link zugängliche Anfahrtsbeschreibung zu nutzen.
Nach Straß gelangen Sie per Auto von Laufen auf der B20 in Richtung Burghausen fahrend. Nach ca. 2 km biegen Sie in Höhe Lebenau links nach Straß ab und folgen der Beschilderung. Zu Fuß ist Straß über Biburg und Schnapping erreichbar.
Lageskizze der Ökostation
Interaktive Karte Straß
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