Einhard Bezzel (*1934)


Portraitbild von Hans Bibelriether mit seinem Zitat: Sowohl für meine amtliche Aufgabe als auch für die Leitung des Landesbundes und publizistisch war mir zunächst wichtig, den Naturschutz wegzubringen von Nützlichkeits-/ Schädlichkeitskategorien der Vogelschützer und mehr ökologische Gesichtspunkte einzubringen.

„Ich bin ein Leben lang zwischen den Stühlen gesessen. Das ist auch wichtig, man muss da sitzen bleiben können“, sagt Einhard Bezzel, der gerne Outdoor-Hemden trägt, selbst wenn er im Haus ist. Er versteht sich als Münchner, wohnt aber seit 1966 in Garmisch. Er leitete einen Naturschutzverband mit dem Anspruch, den Staat in die Schranken zu weisen, verdiente aber selbst sein Geld als Beamter dieses Staates. Er ist engagierter Ökologe, arbeitete aber jahrzehntelang „im Lager der Gegner“, wie er es nennt, nämlich für das Bayerische Landwirtschaftsministerium. Er stammt aus einer Familie von Theologen, betont aber stets, wie wichtig empirische Forschung ist. Die betreibt er selbst, und dabei blieb er weder zwischen noch auf Stühlen sitzen, sondern ist bis heute unermüdlich unterwegs – jeden Morgen nach wissenschaftlich genau festgelegtem Schema um seine Wohnung herum und zwischendrin bis nach Sibirien, Peru und Südkorea.


„Ich habe mein Leben lang nichts anderes gemacht, als Vögel zu beobachten“, resümiert er. Die Ergebnisse sind nachzulesen, etwa in „Vögel in der Kulturlandschaft“ oder dem „Kompendium der Vögel Mitteleuropas“ aus den 1980ern sowie zahlreichen Artikeln. An die biologischen Institute und ans Bildungsbürgertum appelliert er, auch die Forschung im Freiland weiterhin zu lehren und zu betreiben, nicht nur als Molekularbiologe im Labor zu verschwinden oder Modelle am Computer zu konstruieren. Weg von den Stühlen und Bürosesseln, rein in die Natur: „Dass die endlich einmal ihren Hintern hochkriegen“.



Einhard Bezzel im Gespräch mit chinesischen Kollegen im Waldschutzgebiet von Dailing ind der Mandschurei.

Mit chinesischen Kollegen im Waldschutzgebiet von Dailing/Mandschurei (Foto: Privatarchiv Dr. Einhard Bezzel, 1986).


Gesamter Beitrag in den Naturschutzgeschichte(n)

Das gesamte Interview finden Sie ab Seite 52:
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