Georg Sperber (*1933)


Portraitbild von Georg Sperber mit seinem Zitat: Einen Baum, den ich in Würde alt werden und sterben lasse, kann ich nicht nutzen. Und das ist die bis heute ungeklärte Gretchenfrage: wieviel muss das sein?


Majestätische Buchen, die für die Ausweisung eines Nationalparks sprechen, wie auch übermannshohe, handgemalte Protestschilder dagegen, säumen die Straße zu Georg Sperbers Haus. Schutzgebietsgegner hätten schon versucht, ihn mit dem Traktor anzugreifen und mit Motorsägen zu übertönen, berichtet der streitbare Waldliebhaber. Aber er ist schon mit anderen Gegenpositionen fertig geworden: Mit der Staatsforstverwaltung etwa, als diese sich 1984 das von ihm stark mitverfochtene Konzept der naturgemäßen Waldwirtschaft zueigen machte; sich sogar in der Wald-Rehwild-Problematik seinen Vorstellungen annäherte. Rehe hatten sich vor seiner Zeit im fränkischen Ebrach, so wie landesüblich, an den jungen Laubbäumchen gütlich getan. Der Förster ließ sie mit 200 Kilometern Zaun aus dem Wald aussperren, um vielerlei junge Bäumchen, die von selbst aufkamen, zu schützen. Höchstpersönlich schoss er sie zu Hunderten ab.

Ebrach ist seither ein El Dorado für Buchenwaldfans.Allerdings hat dann die bayerische Staatsforstverwaltung 1995 und 2005 ihr Konzept reformiert; das nennt Georg Sperber „seine persönliche Niederlage“. Die sich damit nämlich für die Gewinnmaximierung und gegen die naturverträgliche Waldwirtschaft gewendet haben, seien unter anderem auch Schüler von ihm. Deren Lebenswege verfolgt er so aufmerksam wie die seiner gefiederten Zeitgenossen.

Jeden Tag, wenn er zuhause und nicht gerade in Namibia oder sonstwo auf dem Globus unterwegs ist, notiert er sich, wer wieder da war. Er lebte jahrelang mit einer Schamadrossel aus der Zucht von Konrad Lorenz zusammen, hielt in seinem Wintergarten Kolibris, und auf dem Aushängeschild an seiner Haustür prangt ein angriffslustiger Waldbewohner - ein Sperber.


Gesamter Beitrag in den Naturschutzgeschichte(n)

Das gesamte Interview finden Sie ab Seite 29:
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