Wolfgang Zielonkowski (*1940)


Portraitbild von Wolfgang Zielonkowski mit seinem Zitat: Die Etablierung eines selbstverständlichen Naturschutzes in der Gesellschaft durch Information und Öffentlichkeitsarbeit, durch Publikationen für den Normalverbraucher, ist mindestens genauso wichtig, wie die Klärung wissenschaftlicher ökologischer Fragen.

Manche sind tief zerfurcht, in anderen dominieren die ebenen Flächen, wieder andere wirken rauh und stoppelig: 30 Portraitfotos von Künstler-Kollegen aus Ostbayern präsentierte der passionierte Fotograf und Zeichner Wolfgang Zielonkowski einmal in einer Ausstellung in Regensburg. Gesichter seien wie Landschaften, erklärt er: beide jeweils höchst abwechslungsreich, mit Geschichte, von Menschen geprägt. Man könne in ihnen „optisch spazierengehen“ und dabei eine Menge über ihre Hintergründe erfahren. Zugleich sind Gesichter und Landschaften fragil; sie brauchen Schutz. Mit der Ausstellung habe er auch Reklame für die darin versammelten Künstler machen wollen, argumentiert der gebürtige Breslauer, der in Ostbayern Wurzeln geschlagen hat. Im Schützen und im Sammeln von Mitstreitern um sich hat er jahrzehntelange Übung. In seinem Berufsleben ging es ihm zwar vorrangig um den Schutz von Landschaften und der Natur, wie er sie in seiner Jugend kennengelernt hatte. Aber Natur und Kunst seien doch letztlich gleich, erklärt er: „Das eine ist ein Schöpfungsakt, das andere ist ein Schöpfungsakt, und beide sind in ihrer Freiheit der Ausgestaltung unabhängig.“ Im Inneren seines Hauses unter hohen Bäumen des Bayerischen Waldes bewahrt er seine Kunstwerke auf; im Garten rundherum haben seine Frau und er die Natur mit und ohne Glasdach in einen botanischen Garten en miniature verwandelt. Der Mensch könne denken, vorplanen, seine Handlungen beurteilen, und – an dieser Stelle legt der Universitätsdozent seine Stirn in strenge Falten – diese besonderen Fähigkeiten verpflichten den Menschen wiederum, sich für die anderen Lebewesen einzusetzen.


Historisches Bild aus den Fünfziger Jahren mit Wolfgang Zielonkowski während seiner Gärtnerlehre.

Im Jahre 1959 während der Gärtnerlehre in Regensburg (Foto: Privatarchiv Wolfgang Zielonkowski, 1959)



Georg Sperber lehnt sich an einen Baum.

Der Umweltausschuss des Bayerischen Landtages an den Osterseen südlich des Starnberger Sees im Jahr 1977; neben Wolfgang Zielonkowski unter anderen die ehemaligen bayerischen Umweltminister Alfred Dick und Max Streibl und der langjährige Vorsitzende des Umweltausschusses, Alois Glück (von rechts) (Foto: Dr. Anton Schmidt, 1977)



Georg Sperber lehnt sich an einen Baum.

"Da Naturschutz immer eine ernste Sache ist, habe ich bei den Naturschützern zwei erfolgreiche Strategien der Sympathiewerbung vermisst: Erotik und Humor. Letzteren habe ich versucht, über karikative Ansätze zu vermitteln." (Karikatur von Wolfgang Zielonkowski, 1991)



Gesamter Beitrag in den Naturschutzgeschichte(n)

Das gesamte Interview finden Sie ab Seite 83:
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