Europas Schmetterlinge im Fokus - 9. Treffen der Butterfly Conservation Europe
Pressemitteilung
Nr. 25/15

50 Wissenschaftler aus ganz Europa tagten an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Laufen
Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa trafen sich im Bildungszentrum der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Laufen zum 9. Treffen der Butterfly Conservation Europe (BCE). Die BCE widmet sich seit über 20 Jahren dem Schutz und Monitoring europäischer Schmetterlinge. Aus einer kleinen Initiative ist ein großes Netzwerk gewachsen: rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten zusammen mit mehr als 10.000 ehrenamtlich Engagierten daran, die Entwicklung vieler Schmetterlingsarten in Europa und in den einzelnen Staaten wissenschaftlich zu dokumentieren und Schutzmaßnahmen voranzutreiben. Die ANL war Gastgeberin der internationalen Tagung und ist seit dem Jahr 2007 langjährige Partnerin der BCE.
Tatsächlich sind Schmetterlinge mehr als nur ästhetische Hingucker: Sie dienen als Indikatoren für den Zustand unserer Umwelt und reagieren auf Klimaänderungen, Landnutzung und andere menschengemachte Einflüsse schneller als viele andere Arten. Die bei dem BCE-Treffen vorgestellten Studien und Daten belegen die Bedeutung dieser Artengruppe für die Bewertung der Biodiversitätsziele der EU. Eines der Kernelemente der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Sie zielt darauf ab, geschädigte oder gestörte Ökosysteme in ökologisch wertvolle Lebensräume aufzuwerten. Einer der drei optionalen Indikatoren der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, um landwirtschaftliche Ökosysteme zu bewerten, ist neben dem „Vorrat an organischem Kohlenstoff in Ackerböden“ und dem „Anteil landwirtschaftlicher Flächen mit Landschaftselementen mit großer Vielfalt“ der von Wissenschaftlern der BCE entwickelten Grünlandschmetterlings-Index. Er ist dabei aber der einzige Indikator, der die Biodiversität direkt misst. Die entsprechenden Monitoringergebnisse für den Zeitraum von 1991 bis 2023 zeigen insbesondere für spezialisierte Arten einen negativen Bestandstrend und eine Abnahme von bislang häufigen Wiesenschmetterlingsarten in nahezu ganz Europa an.
Ein wichtiges Ergebnis der Tagung ist, dass die über Jahrzehnte durch die BCE-Partnerinnen und -Partner gemeinsam mit den zahlreichen Ehrenamtlichen gesammelten Daten eine solide evidenzbasierte Grundlage für politische Entscheidungen zum Umgang mit unserer Natur bieten. Aus Sicht der BCE-Sprecherinnen und -Sprecher ist die Wiederherstellung von Lebensräumen, eine nachhaltige Landwirtschaft und gezielte Schutzmaßnahmen dringend nötig, um weitere Verluste der Biodiversität zu stoppen und den Trend umzukehren.
Bild: Schmetterlingsforscherinnen und -forscher aus über 25 Ländern bei der BCE-Tagung in Laufen (Foto: Veronika Bauer/ANL)
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