Netzwerk Forschung für die Praxis

Hier finden Sie Informationen zur

Was macht das Netzwerk Forschung für die Praxis und warum?

Das Netzwerk Forschung für die Praxis ist:
  • Anlaufstelle/Ansprechpartner für Fragen aus der Naturschutzpraxis: Wir sammeln und priorisieren Fragen und leiten sie weiter.
  • Informationsportal: Wir bereiten vorhandenes Wissen auf und identifizieren Wissens-Lücken.
  • Projektentwickler: Wir entwickeln und initiieren Projekte, um die Wissens-Lücken zu schließen.
  • Schnittstelle: Wir bringen Forscher und Praktiker zusammen.
Warum Forschung für die Praxis? Entscheidungen über Naturschutzmaßnahmen sollten möglichst den aktuellen Wissensstand berücksichtigen („evidenzbasiert“). Das ist aber nicht immer einfach. An der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis existieren Hürden:
  • Forschungserkenntnisse erreichen die Praxis nicht oder sehr langsam.
  • Forschungsergebnisse sind für die Praxis nicht relevant, da Schlussfolgerungen oft nicht konkret genug für die Praxis sind.
  • Praxisfragen werden im Forschungsdesign trotz vieler Bestrebungen weiterhin häufig nicht berücksichtigt.

Haben Sie Fragen oder aber auch Anregungen zu den hier vorgestellten Themen? Sind Sie auf ein spannendes Projekt gestoßen oder haben in Ihrem Fundus eine relevante Veröffentlichung? Dann melden Sie uns gerne über den Kontakt am Ende der Seite. Wir freuen uns, wenn wir solche "Schätze" einem breiteren Personenkreis zugänglich machen können!

Aktuelle Projekte

Fläche unter Beweidung mit Schafen

Aushagerung durch Vornutzung

Aktuell bearbeitet die Arbeitsgruppe Zoologische Evolutionsbiologie der Universität Salzburg (PLUS) das Thema im Projekt Aushagerung durch Vornutzung: Auswirkungen auf Flora und Fauna ausgewählter FFH-Grünlandtypen. Auf Basis einer Literaturauswertung wird auf Flachland- und Bergmähwiesen, Kalkmagerrasen und Pfeifengraswiesen eingegangen.
Doppelpfeil Zur Projektseite der PLUS

Samensammlung

Mähgutübertragung versus Ansaaten

Wann entscheiden sich relevante Akteure für eine Mähgutübertragung? Diese Frage bearbeitet aktuell das Kieler Institut für Europäische Landwirtschaftsstudien (KIELS) im Projekt Mähgutübertragung: Analyse der Entscheidungsprozesse. Die Ergebnisse fließen in eine zielgruppenspezifische Aufbereitung von Fachinformationen.
Doppelpfeil Kurzanalyse Mähgutübertragung

Priorisierte Fragen aus der Praxis

Die vorliegenden Fragen wurden in einer Expertenrunde ausgewählt. Eine vollständige Priorisierung mit Beteiligung aller Institutionen im Geschäftsbereich des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurde Ende 2021 vorgenommen und wird derzeit ausgewertet.

Kurzbeschreibung Aufgrund verlängerter Vegetationszeiten im Zuge des Klimawandels und wegen diffuser Nährstoffeinträge wird ein zusätzlicher Biomasse- und Nährstoffentzug zunehmend wichtiger, um nährstoffextensive Lebensräume zu bewahren. Vornutzung stellt eine Möglichkeit zur Aushagerung dar, jedoch unterscheiden sich günstige Termine je nach Lebensraum und wertgebenden Arten der Flora und Fauna. Systematisches Wissen über die Effekte dient dazu, diese abzuwägen.

In der Kurzanalyse finden Sie Zentrale Aussagen der Literatur und weitere Informationen zum Einstieg ins Thema.

Forschungsbedarf: Neben historischen Belegen und anekdotischen Beobachtungen in der Praxis gibt es in der Literatur keine systematische Aufbereitung der Auswirkungen von Vornutzungen auf die Lebensräume mit ihren Pflanzen- und Tierarten. Daher ist bisher unklar, welche Effekte der exakte Zeitpunkt, die Intensität und die Methoden von Vormahd und Vorweide auf den Biomasseaufwuchs, die Artenvielfalt, seltene Arten sowie typische Arten und Eigenschaften ausgewählter Grünlandtypen haben. Das Projekt Aushagerung durch Vornutzung: Auswirkungen auf Flora und Fauna ausgewählter FFH Grünlandtypen möchte diese Lücke schließen und Empfehlungen zum Nährstoffentzug durch Vornutzung erarbeiten.

Kurzbeschreibung Naturschutzfachlich (im Sinne der Artenvielfalt und Lichtwaldformationen) wertvolle lichte Wälder (permanent, temporär, anthropogen) finden sich häufig auf forstwirtschaftlichen Grenzertragsstandorten. Es gibt wenig praktische Erfahrungen zu erfolgreichen Landschaftspflegemaßnahmen (häufig Transfer aus ähnlichen Lebensraumbedingungen). Wissen über die Entwicklung hinsichtlich Flächen, Arten, Lage und Maßnahmen kann Ursachen identifizieren, Zielwerte diskutieren und darauf aufbauend weitere Empfehlungen zur Förderung (Maßnahmen, Gesetzeslage) aussprechen.
Kurzbeschreibung Aus ökonomischen Gründen ist eine möglichst intensive Bewirtschaftung von Wiesen für Landwirte vorzuziehen. Eine zweite Mahd durchzuführen bedeutet höhere Erträge. Der 2. Mahdtermin soll dabei aus naturschutzfachlicher Sicht möglichst positiv gewählt werden. Wenige Studien zu diesem Thema existieren. Der Großteil der Studien befasst sich hauptsächlich oder nur mit der Fauna der Wiesen. Ein deutlich geringerer Teil der Studien vergleicht verschiedene Mahdregime miteinander, jedoch ist dabei meist nur ein zweischüriges Regime inkludiert.
Kurzbeschreibung Zauneidechsen nutzen ihre Winterquartiere im Zeitraum September/Oktober bis März/April. Diese Wintermonate werden als günstiger Zeitpunkt für andere Eingriffe wie Mahd oder Gehölzrückschnitte eingeschätzt. Jedoch könnte Gleisschotterpflege zu einem Konflikt führen, falls, wie angenommen, Gleisschotter grundsätzlich als Winterquartier für Zauneidechsen infrage kommt. Untersuchungen zu Eigenschaften und Wahl der Winterquartiere, Verhalten und Zeiträumen können entsprechende Wissenslücken schließen, um für die Gleisschotterpflege Empfehlungen auszusprechen.
Kurzbeschreibung Arten, die auf Baumhöhlen angewiesen sind, sind sensibel auf derartige Eingriffe. Das Aufhängen von Nistkästen ist eine Kompensationsmaßnahme, bleibt in ihrer Wirkung jedoch hinter den Erwartungen zurück beziehungsweise es fehlen gesicherte Erkenntnisse. Basierend auf einer Zusammenschau der Erkenntnisse, wie Fledermäuse diese Alternativen annehmen und welches Erfolgsfaktoren sind (hier bestehen zum Beispiel bereits Vergleiche zu verschiedenen Nistkasten-Modellen), kann als weitere Alternative das Heraussägen und Umhängen von Baumhöhlen in der Praxis überprüft werden.
Kurzbeschreibung Zentral für CEF-Maßnahmen (vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen zur Sicherstellung der fortwährenden ökologischen Funktionalität bei Eingriffen) sind auch Erfolgskontrollen und Korrekturmaßnahmen als Teil des Risikomanagements. Die Eignung und Anforderungen an verschiedene Maßnahmen sind artabhängig und in umfangreichen Leitfäden zusammengefasst (NRW, Rheinland-Pfalz). Diese sollten gesichtet werden und darauf aufbauend gegebenenfalls weitere Literatur recherchiert beziehungsweise Forschungsbedarf abgeleitet werden.
Kurzbeschreibung Grundwassernähe ist einer der Lebensraumansprüche von Wiesenbrütern. Maßnahmen der Wiedervernässung sind also ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz der Wiesenbrüter, jedoch auch schwierig umzusetzen. Es fehlt eine wissenschaftliche Überprüfung der Erfolgsfaktoren und Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren und ihrer Wirkung.
Kurzbeschreibung Adlerfarn und Borstgras als toxische beziehungsweise nicht schmackhafte Pflanze werden von den Weidetieren meist gemieden und sind daher unerwünscht. Dies liegt unter anderem auch an der damit einhergehenden Artenarmut der Flächen. Ein wesentlicher Faktor hierbei ist auch das Beweidungsmanagement, das diese Ausbreitungen zum Beispiel nur durch eine Beweidung im Frühjahr oder zu geringe Intensität begünstigt. Verschiedene Empfehlungen und Ansätze zur Anpassung des Managements existieren bereits oder werden erprobt. An diese gilt es anzuknüpfen und gegebenenfalls noch offene Fragestellungen zu ermitteln oder zu bearbeiten.
KurzbeschreibungLebensraumkorridore beziehungsweise die Herstellung eines funktionierenden Biotopverbundes sind eine wichtige Maßnahme, um negativen Effekten durch die steigende Zerschneidung von Lebensräumen entgegenzuwirken. Vor diesem Hintergrund tragen sie zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Für Kleintiere und Pflanzen ermöglichen sie vor allem den Austausch zwischen Teilpopulationen, der auch bewirkt, dass Populationen stabiler und resilienter gegenüber Veränderungen, zum Beispiel im Zuge des Klimawandels, sind. Die Funktionsweisen und Wirkzusammenhänge eines Biotopverbundes sind zum Teil erforscht, zum Beispiel hinsichtlich einzelner Ausbreitungsmechanismen oder Wirkungen auf die Artzusammensetzung. Diese und neue Erkenntnisse sowie gegebenenfalls weiteren Forschungsbedarf zu verknüpfen, insbesondere auf verschiedenen Skalen für gegebenenfalls Handlungsempfehlungen, wäre sinnvoll.

Komplette Liste der Fragen aus der Praxis

In einer ersten Abfragerunde wurden 2019 Fragen der Naturschutzpraxis gesammelt. Die gesamte Sammlung umfasst über 100 Fragen, die kategorisiert und beschrieben wurden. Bisher vertretene Themen sind:

  • Artenschutz: Amphibien/Reptilien, Gebietseigene Herkünfte (Saatgut), Gebietsfremde Arten, Insekten, Säugetiere, Wiesenbrüter
  • Lebensraum: Biotopverbund, Gewässer- und Auenschutz, Pflege und Erhalt von Grünland, Schutz und Nutzung von Mooren, Waldnaturschutz und nachhaltige Waldbewirtschaftung
  • Mensch und Natur: Landschaftspflege (allgemein), Eingriffe und Kompensation, Freizeitnutzung, Vertragsnaturschutz/Förderung von Naturschutzmaßnahmen, Klimawandel, Ökosystemleistungen, Wildtiermanagement

Die Liste der Themen beziehungsweise die Recherchezusammenfassungen unter „Weitere Informationen“ werden nach und nach ergänzt.

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Amphibienschutz im Klimawandel - wie mit Entwicklungen hinsichtlich Krankheiten und Pilzen umgehen beziehungsweise was ist hier noch zu erwarten? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Zauneidechsenmaßnahmen im Siedlungsbereich: Wie wirken sich Katzen auf die Populationen aus? Abstände zu Wohngebieten? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wie ist Fallenwirkung der Kanalisation für Amphibien, gibt es effektive Schutzmaßnahmen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Gibt es irgendwelche Lücken in der Autökologie der Brachvögel, die man noch nicht kennt? Überalterung/Bottleneck? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Was sind die Probleme vor Ort in den TOP-Gebieten (Wiesenbrüter)? Vielerorts ist ein Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen trotz entsprechender Managementpläne zum Schutz der Wiesenbrüter zu verzeichnen. Eine Umfrage der Praxis in den betroffenen Gebieten kann Probleme identifizieren und Handlungsansätze, zum Beispiel auch mit Rückgriff auf Erfahrungen in der Praxis und wissenschaftliche Untersuchungen aus anderen (Bundes-) Ländern aufzeigen. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wenn die Populationsentwicklung der Wiesenbrüter so weitergeht, wie lange halten sich die Populationen in den Gebieten noch? Wie hoch muss der Bruterfolg von Wiesenbrütern sein, damit die Populationen sich langfristig erhalten? Vielerorts ist ein Rückgang der Wiesenbrüter-Populationen zu verzeichnen. Eine der Rückgangsursachen ist der geringe Reproduktionserfolg aufgrund von intensiver Landwirtschaft sowie Lebensraumverlusten beziehungsweise -verschlechterungen, Störungen und Gefährdungen durch Fressfeinde. Eine Modellierung der Populationsentwicklung kann dazu beitragen, Faktoren der Populationsentwicklung für einzelne Arten zu identifizieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu priorisieren. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Welche Faktoren beeinflussen die Mortalität von Wiesenbrütern? Deformierte Eier? Prädation? Überschwemmung? Habitat-Managementmaßnahmen? Genetische Probleme? Neben dem Bruterfolg ist die Mortalität ein entscheidender Faktor für die Populationsentwicklung. Schutzmaßnahmen, die zu einer Verringerung der Mortalität beitragen, sind deshalb wichtig für den Erhalt der Wiesenbrüter-Populationen angesichts ihrer rückläufigen Zahlen beziehungsweise sensiblem Erhaltungszustand. Eine Aufarbeitung der Einflussfaktoren auf die Mortalität und ihre Gewichtung als gegenwärtiger Wissensstand sowie ein Vergleich ihrer Größenordnungen erlaubt Handlungsempfehlungen zur Umsetzung oder Anpassung von entsprechenden Schutzmaßnahmen. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wie sollte man Großprojekte für Wiesenbrüter gestalten: Gebiete nass machen, Grundwasserstand anheben? Ist Wasser der entscheidende Faktor? Gebiete nass machen, Grundwasserstand anheben? Grundwassernähe ist einer der Lebensraumansprüche von Wiesenbrütern. Maßnahmen der Wiedervernässung sind also ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz der Wiesenbrüter, jedoch auch schwierig umzusetzen. Es fehlt eine wissenschaftliche Überprüfung der Erfolgsfaktoren und Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren und ihrer Wirkung. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Identifikation von Quell- und Senkenpopulationen bei kritischen Arten (Wiesenbrüter, Eremit), um Artenschutzmaßnahmen gezielter angehen zu können. Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Welche Effekte haben kommunale Blühflächen auf die Insektenvielfalt? (Frage der besseren Gestaltung für seltenere/gefährdete Arten) Blühflächen und Blühstreifen sind beliebte Elemente der Aufwertung von Landschaften. Ihre Wirkung ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, jedoch häufig mit Fokus auf Generalisten. Aus naturschutzfachlicher Perspektive sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig und betrachten nur vereinzelt Faktoren, die seltenen/gefährdeten Arten zugute kommen. Eine Untersuchung zu verschiedenen Gestaltungsparametern (unter anderem Saatgut, Fläche) von Blühflächen im kommunalen Kontext (gegebenenfalls Transfer einzelner Ergebnisse aus der Agrarlandschaft) und ihre Effekte unterstützt bei der besseren Anlage zugunsten von Naturschutzzielen. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Welches sind Kriterien und Anforderungen an die Wiederansiedlung von Schmetterlingen (Literaturzusammenschau)? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Was sind die Rahmenbedingungen für eine Wiederansiedelung von Coenonympha hero (Wald-Wiesenvögelchen) mit Bezug auf das Artenhilfsprogramm und ausgehend von bestehendem Wissen zur Autökologie? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wie können verschiedene Akteursgruppen eine insektenfreundliche Umsetzung betreiben? Das fängt bei Managementfragen für zum Beispiel Infrastrukturen an, geht über passenden tierschonenden Maschineneinsatz (inklusive Aufnahme) bis zu wie verwertet man das Schnittgut. Der Artenverlust und das Insektensterben sind in zahlreichen Forschungsvorhaben erfasst und beschrieben. Auch die Kenntnis über Maßnahmen, unter anderem die Schaffung von Kleinstrukturen oder angepasste Pflege, die die Populationen fördern, Nistmöglichkeiten und Nahrung bieten, sowie die Verluste reduzieren sind bekannt. Allerdings werden diese nicht flächendeckend beziehungsweise nicht entsprechend des Potenzials, das diese hätten, umgesetzt. Hier besteht Bedarf nach einer Erfassung der zahlreichen Situationen und Handlungskontexte sowie einer gezielten Adressierung der jeweiligen Akteure und Ansprechpartner. Eine solche Aufbereitung stellt eine Basis für entsprechende Kampagnen dar. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Gibt es technische Innovationen in der Landwirtschaft, die versuchen, Verluste von Insekten, Säugern und Vögeln zu verringern? Mögliche Beispiele wären Gebläse an Erntemaschinen, die Insekten vor dem Einziehen und „Gehäckselt werden“ schützen oder Infrarotkameras an Erntemaschinen zur Detektion von Wildtieren und Vögeln im Acker? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Welches sind die genetischen Effekte von Ansaaten (inbreeding, outbreeding)? Entstehen dadurch Fitnessprobleme? Welches sind die Auswirkungen von Pflanzenbeständen, die aus nicht gebietseigenem Saatgut entstanden sind, auf Interaktionen zwischen Tieren (insbesondere Insekten) und Pflanzen, hier insbesondere auf an Pflanzen spezialisiert lebenden Insekten sowie deren Wirt-Parasit-Beziehungen. Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume Review von Crispi und Hoiß (2021): Warum eigentlich gebietsheimisches Saatgut?
Wie müsste eine gebietseigene Naturschutz-Ansaatmischung aussehen und wer kann sie wie produzieren? Saatmischungen auch regionaler Herkunft beziehen sich auf großräumige Herkunftsgebiete, jedoch sind bereits kleinräumige Unterschiede relevant, zum Beispiel hinsichtlich der Interaktion zwischen Pflanzen und Insekten. Neben der Herkunft spielt für eine Saatmischung aus naturschutzfachlicher Perspektive auch die räumliche Differenzierung der Arten eine wichtige Rolle. Die wichtigen Faktoren sollten auf Basis vorhandener Informationen gesammelt (Forschungsseite) und auch unter dem Aspekt der Umsetzbarkeit abgewogen werden (Praxisseite). Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Wie kann man bei den verschiedenen Akteuren eine stärkere Nutzung von Übertragverfahren, insbesondere anstelle von Ansaaten, etablieren? Aus naturschutzfachlicher Sicht ist eine Mähgutübertragung (wissenschaftlich begründbar) gegenüber Ansaaten zu bevorzugen, insbesondere aufgrund der Förderung von vegetativen Diasporen und Insekten/Mikroorganismen sowie der Gewinnung aus sehr nahe gelegenen Flächen. Potenziell sind auch Etablierungserfolg und Qualität höher sowie Aufwand und Kosten geringer. Es fehlen jedoch sozialempirische Erkenntnisse hinsichtlich der Entscheidungsprozesse von Akteuren. Den Kenntnisstand und insbesondere die Akzeptanz von Mähgutübertragung bei den Akteuren zu ermitteln sowie relevante Stellgrößen für eine Entscheidung zugunsten von Mähgutübertragung zu identifizieren soll dazu beitragen, Empfehlungen und Maßnahmen zu entwickeln, die zu einer besseren Umsetzung bei den Akteuren führen. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen Kurzanalyse Mähgutübertragung

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Welche Maßnahmen sind geeignet, um sich ausbreitende Neobiota wie Bunias orientalis (Orientalisches Zackenschötchen) in Magerrasen zu bekämpfen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Hamster sind nur noch im Raum Würzburg in vitalen Populationsgrößen vorhanden: Hier die zentrale Frage nach Mindest-Arealgrößen und Austausch: Wie lassen sich die Hamsterpopulationen dauerhaft erhalten? (Untersuchungen zur Populationsökologie, Wanderdistanzen, Fertilität Feldhamster, Erfolg von Umsiedlungen) Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Welches sind die maßgeblichen Faktoren für einen botanischen Biotopverbund und wie wäre dieser anzulegen/zu gestalten? Welche Wirkmechanismen gibt es für den Austausch von Pflanzen und Kleintieren? Lebensraumkorridore beziehungsweise die Herstellung eines funktionierenden Biotopverbundes sind eine wichtige Maßnahme, um negativen Effekten durch die steigende Zerschneidung von Lebensräumen entgegenzuwirken. Vor diesem Hintergrund tragen sie zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Für Kleintiere und Pflanzen ermöglichen sie vor allem den Austausch zwischen Teilpopulationen, der auch bewirkt, dass Populationen stabiler und resilienter gegenüber Veränderungen, zum Beispiel im Zuge des Klimawandels, sind. Die Funktionsweisen und Wirkzusammenhänge eines Biotopverbundes sind zum Teil erforscht, zum Beispiel hinsichtlich einzelner Ausbreitungsmechanismen oder Wirkungen auf die Artzusammensetzung. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Unter welchen Bedingungen tragen Blühstreifen zum Biotopverbund bei? Blühflächen und Blühstreifen sind beliebte Elemente der Aufwertung von Landschaften. Ihre Wirkung ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, auch hinsichtlich ihrer Funktion im Landschaftskontext und ihrer Effektivität je nach Anteil von Blühflächen in der Umgebung. Hinsichtlich möglicher Distanzen für bestimmte Arten kann auf Wissen zu Verbreitungsmechanismen zurückgegriffen werden. Auch allgemeine Biotopverbundkonzepte bilden eine gute Grundlage. Das Thema beinhaltet somit i) eine Aufbereitung des Wissens zu Wirkungen von Blühflächen je nach Landschaftsraum und Zielarten für Blühflächen als erste Bedingungen sowie ii) Erarbeitung bisher unerforschter Aspekte wie notwendige Kontinuität im Landschaftsraum (zum Beispiel wechselnde Flächen, Bestand auch bei mehrjährigen 5 Jahre). Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Wie kann man den Status quo bei Grünland halten oder aufwerten und wie den Rückgang der Lebensraumtypen umkehren? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Welches sind praktikable Lösungen zum Erhalt von extensiven Grünlandflächen als wichtige Naturschutzflächen im Kontext von Gülleerlaubnis Die Abnahme des Flächenanteils sowie des Zustands von extensiven Grünlandflächen erfordert neue Ansätze zum Erhalt und Verbesserung dieser naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel in der teilweisen Zulassung von Düngung und damit einer Flexibilisierung der Auflagen. Bevor eine Anpassung der Maßnahmen erfolgen kann, sollten gute Wissensgrundlagen erarbeitet werden, um die Auswirkungen von Düngung auf die Lebensräume und Zielarten abzuschätzen. Die bisherige Literatur zum Thema Düngung in Extensivgrünland gibt erste Rückschlüsse und sollte systematisch zusammengefasst werden; daraus abgeleitete Hypothesen könnten in einer Feldstudie überprüft werden. Weitere Hintergründe zu der Thematik sind die Düngeverordnung, das Vertragsverletzungsverfahren in Bezug auf Natura 2000 – Mähwiesen und der VNP-Fördervollzug bei Düngeverzicht. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Wie wirken sich Mahd und Beweidung im Vergleich auf die aus, welches ist die Lebensraumtyp-erhaltende Managementvariante? Flachland-Mähwiesen sind bedeutsame Flächen für den Artenreichtum, jedoch nehmen ihre Flächenanteile als auch die Qualität ab. Veränderte Umweltbedingungen durch den Klimawandel, eine verlängerte Vegetationsperiode und Nährstoffeinträge bedingen, dass die Lebensräume sich trotz gleichbleibendem und bisher erfolgreichem Management verschlechtern. Wissenslücken bestehen also im geeigneten Management zum Erhalt der Flächen. Um Empfehlungen hierfür ableiten zu können, bedarf es einer guten Wissensgrundlage über die Eignung beziehungsweise Auswirkungen (insbesondere auf charakteristische Arten) der beiden Ansätze Beweidung und Mahd, die in diesem Kontext zusammengetragen und verglichen werden sollten. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Beweidung versus Mahd, Wechsel der Beweidungstiere (Speziell Schafe abgelöst durch Rinder in der Rhön): Welche Auswirkung hat dies auf Vögel/Insekten? Das Management und in diesem Fall Beweidungstiere beeinflussen stark die Gegebenheiten einer Fläche mit Blick auf die Artenvielfalt von Vögeln und Insekten (auch indirekt über Pflanzen). Durch ihre Auswahl an Fresspflanzen erzeugen unterschiedliche Beweidungstiere unterschiedliche Effekte. Ein Nebeneinander oder Wechsel ist daher auch mit einer Änderung der Artenzusammensetzung verbunden. Für den Naturschutz ist es relevant zu wissen, welche Arten gegebenenfalls gefördert und welche gestört werden. Während einige Studien die Auswirkungen verschiedener Beweidungssystem untersuchen, und in wenigen Fällen auch vergleichen, ist ein Wechsel kaum Untersuchungsgegenstand. Das Erkenntnisinteresse liegt hier vor allem auf den Veränderungen, aber auch auf dem zeitlichen Aspekt, wie lange die Artzusammensetzung charakteristisch für die vorangegangenen Beweidungstiere bleibt. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Wie kann man Almwirtschaft nachhaltig gestalten? Welche Auswirkungen haben verschiedene angepasste Managementstrategien auf die Vegetationsstruktur? Wie können sie der Borstgras- und Adlerfarnausbreitung entgegenwirken? Adlerfarn und Borstgras als toxische beziehungsweise nicht schmackhafte Pflanze werden von den Weidetieren meist gemieden und sind daher unerwünscht. Dies liegt unter anderem auch an der damit einhergehenden Artenarmut der Flächen. Ein wesentlicher Faktor hierbei ist auch das Beweidungsmanagement, das diese Ausbreitungen zum Beispiel nur durch eine Beweidung im Frühjahr oder zu geringe Intensität begünstigt. Verschiedene Empfehlungen und Ansätze zur Anpassung des Managements existieren bereits oder werden erprobt. An diese gilt es anzuknüpfen und gegebenenfalls noch offene Fragestellungen zu ermitteln oder zu bearbeiten. Veränderung von Lebensraum
Wie kann man mesophiles zweischüriges Grünland effektiv restaurieren? Faktoren: Boden, Samenübertrag, betriebswirtschaftlich? Grünland ist sowohl quantitativ (Abnahme der Flächen in Bewirtschaftung) als auch qualitativ (Intensivierung) abnehmend, und hier insbesondere das mesophile Grünland (Glatt- und Goldhaferwiesen). In Folge nahm auch die charakteristische Phyto- und Zoodiversität ab. Eine Rückführung ist aufwendig und zum Teil nicht erfolgreich sowie abhängig von standortspezifischen Faktoren und Methoden. Zahlreiche Studien und Leitfaden zu Etablierungserfolgen und Lebensraumentwicklung existieren, in einigen Fällen schließen sie auch Kosten/Aufwand ein. Hieraus können Erfolgsfaktoren gezogen werden (in Abstimmung mit den laufenden Projekten Erfolgsfaktoren der Mahdgutübertragung an der Uni Gießen sowie Steuerungsgrößen von Renaturierungserfolgen an der Uni Lüneburg). Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Wie wirkt sich der Mahdtermin der 2. Mahd auf die Pflanzenvielfalt aus? Aus ökonomischen Gründen ist eine möglichst intensive Bewirtschaftung von Wiesen für Landwirte vorzuziehen. Eine zweite Mahd durchzuführen bedeutet höhere Erträge. Der 2. Mahdtermin soll dabei aus naturschutzfachlicher Sicht möglichst positiv gewählt werden. Wenige Studien zu diesem Thema existieren. Der Großteil der Studien befasst sich hauptsächlich oder nur mit der Fauna der Wiesen. Ein deutlich geringerer Teil der Studien vergleicht verschiedene Mahdregime miteinander, jedoch ist dabei meist nur ein zweischüriges Regime inkludiert. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Welche sind Zukunftsperspektiven von naturschutzfachlich relevantem Grünland aus betriebswirtschaftlicher Sicht? Wie kann man Grünland naturschutzfachlich und gleichzeitig betriebswirtschaftlich lohnend/sinnvoll nutzen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Ökonomische Betrachtung
Auswirkungen des Mahdzeitpunkts (Tageszeit) auf die Mortalität von Insekten Gängige Mähtechniken haben potenziell negative Auswirkungen auf die Fauna, unter anderem auf Insekten. Verluste können minimiert werden, unter anderem durch die Mährichtung (innen nach außen), Mähtechnik (etwas Balkenmäher) oder auch saisonale Mähzeitpunkte (möglichst spät, nach dem 1. Juli). Diese sind als Empfehlungen bereits etabliert. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Kurzrasenversuche: Welche Auswirkungen hat die Umstellung von Intensivmähwiesen auf Kurzrasenweiden? Im Kontext von Low Input ist die Kurzrasenweide ein interessantes Weidesystem zum Beispiel für die biologische Milchviehhaltung. Die Auswirkungen der Umstellung wurden bereits in diesem Kontext und damit unter anderem auf den Ertrag, Bodeneigenschaften und botanische Zusammensetzung durch Übersaatmischung beleuchtet. Kenntnisse über die Auswirkungen auf die Artenvielfalt fehlen. Hier wäre nach Sichtung relevanter Literatur ein weiterer Feldversuch denkbar. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Ökologische Flutungen im Donauwald: Wann, wie oft und mit welchen Intensitäten muss man fluten, damit die abiotischen Verhältnisse wieder zu einer Hartholzaue führen? Charakteristisch für Hartholzauenwälder ist eine Überflutung von 5 bis 90 Tagen pro Jahr. Durch Flussregulierungen und Nutzungen ist dieser Lebensraum zunehmend vom Wasser abgeschnitten, weshalb nach Auenzustandsbericht des Bundesamtes für Naturschutz ein "Großteil der Wälder in Auen nach wie vor keinen Auenwaldcharakter mehr" besitzt. Einige Projekte in Deutschland befassen sich bereits mit Renaturierungsmaßnahmen, deren Erfahrungen mit gegebenenfalls Erkenntnissen aus anderen Ländern zusammengetragen werden könnte. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Obere Isar: Forschungsfragen: Wie wirkt sich ein verändertes Wasserregime/Kiesregime auf die Arten aus? Technische Umsetzung Wassermanagement Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Welche hydrologische Gegebenheiten brauchen die Zönosen in Kalktuffquellen und wie kann man diese wiederherstellen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Was ist der Schwellenwert für Nährstoffe ab welchem Gehölze in Mooren überhandnehmen oder Schilf in die Flächen eindringt und wie relevant ist der Nährstoffeintrag? Welche Maßnahmen sind geeignet, um diese offen zu halten, welche Puffer sollte man umsetzen? Ein Zusammentrag aus dem Jahr von empirischen Studien zu kritischen Mengen von Nährstoffeinträgen stellt diese auch für Hoch- und Niedermoore dar (5–10 beziehungsweise 10–15kg N pro ha pro Jahr); die tolerierbare Menge wird dabei auch von der Niederschlagsmenge beeinflusst. Der Fokus liegt hierbei auf dem Verlust von Sphagnum-Arten (Torfmoose) hin zu Gräsern. Für Talmoore, schwach minerotrophe Niedermoore und Übergangsmoore wird weiterer Forschungsbedarf identifiziert. Die Einschätzung von (montanen) stark minerotrophen Mooren basiert auf Expertenschätzungen. Bedarf besteht also in einem aktualisierenden Review und gezielte Einordnung für den bayerischen Kontext (zum Beispiel auch Messung des Eintrags und Ableitung von Handlungsempfehlungen) sowie gegebenenfalls Langzeitstudien, wo diese bisher immer noch fehlen. Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Einfluss von ökologischen Flutungen, Moorrenaturierungen auf Stechmücken? Wie entwickeln sich die Moskitodichten? Vorher im Vergleich zu nachher? (renaturierte Auen versus trockene Auen) Geplante Moorschutzmaßnahmen führen in der Bevölkerung häufig zu Vorbehalten im Hinblick auf das Auftreten und die Ausbreitung von Stechmücken sowie auf deren übertragbare Krankheiten. Es soll untersucht werden (unter anderem bestehende Vernässungsprojekte, Vergleichsgebiete), ob diese Vorbehalte begründet sind oder ob gegebenenfalls eine Ausbreitung von Stechmücken infolge von Moorschutzmaßnahmen reduziert werden kann (zum Beispiel weniger potenzielle Brutstätten aufgrund verbesserter Versickerung). Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Wiedervernässung von Niedermooren: wie sinkenden GW-Spiegel anheben? (praxisrelevante Vorgehenshinweise) Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Wie wirken sich nutzungsorientierte Grundwasserstände auf den Torferhalt aus? Was sind empfehlenswerte Grundwasser-Grenzflurabstände für konventionelle Ackerkulturen unter Beachtung der aktuellen technischen (zum Beispiel Bereifung, Raupenfahrwerke), rechtlichen (zum Beispiel Dünge- und Pflanzenschutzverordnung) und pflanzenbaulichen (Nässeverträglichkeit der Sorten) Möglichkeiten? Optimal für den Moor- und Klimaschutz sind Wasserstände knapp unter der Geländeoberfläche. Aufgrund der bestehenden großflächigen landwirtschaftlichen Nutzung ist dies jedoch nur eingeschränkt realisierbar. Zielführend könnte daher eine landwirtschaftliche Nutzung sein, bei welcher außerhalb der Bewirtschaftungsgänge/-zeiträume der Grundwasserstand zum Beispiel über Staubauwerke in den Gräben angehoben wird. Es soll untersucht werden, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang ein solch variabler Anstau die Belange des Moor- und Klimaschutzes verbessert (mikrobieller Torfabbau könnte zum Beispiel in Trockenperioden auch reduziert sein). Ökonomische Betrachtung
Bewertung von Düngemaßnahmen auf Niedermoorböden im Hinblick auf Klimawirkung, Torfmineralisation und Stickstoffkreislauf. Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Renaturierung von Mooren: wann ist es aus naturschutzfachlicher Sicht sinnvoll, den stark zersetzten Oberboden abzutragen, um die Etablierung einer moortypischeren Vegetation zu erleichtern? Ferner soll bewertet werden, ob es gegebenenfalls sinnvoll ist, in sehr ausgehagerten Standorten eine Düngung mit zum Beispiel Festmist vorzunehmen Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Beschreibung und Quantifizierung der Stickstoff- und Kohlenstoffkreisläufe für unterschiedliche Wasserstandsszenarien: wie sind Drainagekappungen in Hinblick auf Klimarelevanz zu bewerten? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Grünland auf entwässerten Niedermoorböden: Wie der Artenverarmung und Dominanz von Anthoxantum odoratum (Gewöhnliches Ruchgras) entgegenwirken? Festmistdüngung? Gibt es Methoden/Strategien/technische Möglichkeiten zur teilweisen Wiedervernässung? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Lichte Wälder: wie haben sich die Wälder in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Naturschutzfachlich (im Sinne der Artenvielfalt und Lichtwaldformationen) wertvolle lichte Wälder (permanent, temporär, anthropogen) finden sich häufig auf forstwirtschaftlichen Grenzertragsstandorten. Es gibt wenig praktische Erfahrungen zu erfolgreichen Landschaftspflegemaßnahmen (häufig Transfer aus ähnlichen Lebensraumbedingungen). Wissen über die Entwicklung hinsichtlich Flächen, Arten, Lage und Maßnahmen kann Ursachen identifizieren, Zielwerte diskutieren und darauf aufbauend weitere Empfehlungen zur Förderung (Maßnahmen, Gesetzeslage) aussprechen. Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Eichenprozessionsspinner/Schwammspinner. Auswirkungen der Spritzmittel auf die wertgebenden Arten? Während einerseits die Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern/Schwammspinnern aufgrund der gesundheitlichen und waldlichen Auswirkungen notwendig ist, ist der damit häufig verbundene Einsatz von Bioziden aus Naturschutzsicht problematisch. Wirkungsweisen von Abdrift bei der Anwendung und vereinzelt auch die Auswirkungen auf Nicht-Zielorganismen wurden in den 1990er- und 2000er-Jahren untersucht. An diese kann angeknüpft werden – Forschungsbedarf besteht insbesondere in den Langzeitauswirkungen des Insektizideinsatzes. Bei der Abwägung zwischen Bekämpfungsmaßnahmen und deren Notwendigkeit besteht außerdem Wissensbedarf über die ökologischen Auswirkungen des Kahlfraßes beziehungsweise der Gradation der Spinner. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Ursachenforschung Kiefernsterben Die Mittelfranken haben derzeit ein großes Problem mit dem Kiefernsterben. Dabei scheinen hauptsächlich Bestände mit anstehendem Grundwasser betroffen zu sein, nicht aber Bestände auf Sandmagerrasen ohne Grundwasserverbindung. Ein Forschungsvorhaben könnte diese Hypothese testen. Denkbar ist, dass Grundwasserkiefern ein anderes Mykorrhiza-System aufbauen als „Trocken-Kiefern“ (Ursachenforschung). Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

Fragestellung Kurzbeschreibung Einordnung Weitere Informationen
Wie ist die Wirksamkeit von Artenschutzmaßnahmen (CEF, Vermeidungsmaßnahmen), Brücken, Durchlässen und so weiter und wie lassen sich diese gegebenenfalls selbst beurteilen (Kriterien, wissenschaftliche Begleitung)? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Unter welchen Bedingungen funktioniert die Umsiedelung im Rahmen von SAP-/CEF-Maßnahmen (Ameisenbläuling, Zauneidechsen, Wechselkröte und so weiter). Standardmaßnahmen testen (etwa mit Telemetrierung): wurden sie sinnvoll umgesetzt, was hat es gebracht? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Evaluierung Gleisschotterpflege, Überwintert eine Zauneidechse im Gleisschotter? Können wir unkritische Zeiträume anbieten? Zauneidechsen nutzen ihre Winterquartiere im Zeitraum September/Oktober bis März/April. Diese Wintermonate werden als günstiger Zeitpunkt für andere Eingriffe wie Mahd oder Gehölzrückschnitte eingeschätzt. Jedoch könnte Gleisschotterpflege zu einem Konflikt führen, falls, wie angenommen, Gleisschotter grundsätzlich als Winterquartier für Zauneidechsen infrage kommt. Untersuchungen zu Eigenschaften und Wahl der Winterquartiere, Verhalten und Zeiträumen können entsprechende Wissenslücken schließen, um für die Gleisschotterpflege Empfehlungen auszusprechen. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wie erfolgreich ist das Heraussägen und Umhängen von natürlichen Höhlen (zum Beispiel Fledermäuse)? Arten, die auf Baumhöhlen angewiesen sind, sind sensibel auf derartige Eingriffe. Das Aufhängen von Nistkästen ist eine Kompensationsmaßnahme, bleibt in ihrer Wirkung jedoch hinter Erwartungen zurück beziehungsweise fehlen gesicherte Erkenntnisse. Basierend auf einer Zusammenschau der Erkenntnisse, wie Fledermäuse diese Alternativen annehmen und welches Erfolgsfaktoren sind (hier bestehen zum Beispiel bereits Vergleiche zu verschiedenen Nistkasten-Modellen), kann als weitere Alternative das Heraussägen und Umhängen von Baumhöhlen in der Praxis überprüft werden. Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Ringelung von Bäumen als kurzfristige Möglichkeit zur Schaffung von Rindentaschen als Quartier für rindenbewohnende Fledermäuse (Mops-/Käfer-Fledermaus) – ist dies als Maßnahme zu empfehlen? Was ist dabei zu beachten? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Wiederherstellung und Erhalt von Lebensräumen
Untersuchung zu Ausgleichsmaßnahmen für Baumfledermäuse; Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen (Versetzen von Stammabschnitten mit Quartierstrukturen, Bohren künstlicher Höhlen, Anbringung von Fledermauskästen, Aus-der-Nutzung-Nahme von Einzelbäumen/Wald): Gibt es Unterschiede in der Annahme (Nutzung durch welche Arten, Zeitraum bis zur Annahme, Nutzung durch Einzeltiere oder Wochenstuben)? Gibt es saisonale Unterschiede (indem beispielsweise zu verschiedenen Jahreszeiten die Angebote unterschiedlich von den Fledermäusen genutzt werden)? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Welches sind relevante Kenngrößen für die Erfolgskontrolle von CEF-Maßnahmen, etwa Mindestpopulationsgrößen/Mindestarealgrößen und Wanderdistanzen von Zielarten (Zauneidechse, diverse Bläulinge)? Zentral für CEF-Maßnahmen (vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen zur Sicherstellung der fortwährenden ökologischen Funktionalität bei Eingriffen) sind auch Erfolgskontrollen und Korrekturmaßnahmen als Teil des Risikomanagements. Die Eignung und Anforderungen an verschiedene Maßnahmen sind artabhängig und in umfangreichen Leitfäden zusammengefasst (NRW, Rheinland-Pfalz). Diese sollten gesichtet werden und darauf aufbauend gegebenenfalls weitere Literatur recherchiert beziehungsweise Forschungsbedarf abgeleitet werden. Zustand der Populationen und Anforderungen von Zielarten
Wie wirken sich Windkraftanlagen, Kleinwindräder, Photovoltaikanlagen, Biogasanlagen, Geothermie mit Versorgungnetz, Wasserspeicher für Pumpkraftwerke, Hochspannungsleitungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild aus? Was sind die unterschiedlichen Verfahren zur Erfassung und Bewertung? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume

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Wie lange überdauern Pioniere in Kiesgruben? Wie oft müssen die Lebensräume neu gestaltet werden? Von welchen Faktoren wird die Sukzessionsgeschwindigkeit beeinflusst beziehungsweise wie wirken Korngröße, Wasser, Nährstoffe und so weiter? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Wie lässt sich Schnittgut, zum Beispiel aus Extensivgrünland, verwerten, um vom Mulchen und damit von Nährstoffeinträgen in potenziell naturschutzfachlich wertvolle Flächen abzukommen? Ansatz: Torfersatzstoffe, Kompost, regionale Verwertungsmöglichkeiten und so weiter Mulchen von Pflegeflächen ist gängige Praxis vor allem aufgrund der Praktikabilität, verursacht jedoch Nährstoffeinträge in sonst potenziell naturschutzfachlich wertvolle Flächen. Der Abtransport und die Verwertung von Schnittgut ist allerdings problematisch, zum Beispiel aufgrund des Mülls an Straßenbegleitflächen oder der chemischen Zusammensetzung für die Weiterverarbeitung als Bioenergielieferant. Bisherige Forschungsvorhaben konzentrieren sich vor allem auf die bioökonomische Perspektive, vereinzelt wird auch die Verwertung von Landschaftspflegegut beziehungsweise auch schadstoffbelastetem Straßenbegleitgrün erprobt. Diese Ansätze sollten unter einer naturschutzfachlichen Perspektive zusammengetragen werden, beziehungsweise mit Verwertungsmöglichkeiten experimentiert werden, um die Verwertung aus Naturschutzperspektive argumentell zu stärken. Ökonomische Betrachtung
Welche ökonomischen Auswirkungen haben naturschutzfachlich optimale Pflegesysteme des öffentlichen Raums? Sind sie wie behauptet günstiger? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Ökonomische Betrachtung

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Wie entwickeln sich speziell Insekten auf Flächen mit Agrarumweltmaßnahmen? (Erfolgskontrolle bislang vegetationsorientiert) Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Wie sind die Maßnahmen des Vertragsnaturschutzprogramm Teiche zu bewerten und ihren Erfolg zu beurteilen – welche Kriterien und Faktoren gelten? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Kreuzkräuter: Wie im Naturschutz damit umgehen? Vergleich der Entwicklung, vor allem Wasserkreuzkraut in verschiedenen Vertragsnaturschutzprogramm-Varianten. Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

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Stand-up-Paddler – Welche ökologischen Auswirkungen hat dies (prinzipiell alle möglichen Stellen erreichbar)? Der Freizeitdruck auf die Natur wächst, insbesondere auch durch Stand-Up-Paddling, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. Hieraus erwachsen auch potenzielle Störungen von Arten und Lebensräumen, die mit dem Boot schwer zugänglich wären. 2018 erschien die erste wissenschaftliche Studie zu den möglichen Auswirkungen auf Zugvögel (gemessen an Fluchtdistanzen und Fluchtreaktion) – hieraus werden erste Handlungsempfehlungen und eine naturschutzfachliche Bewertung abgeleitet. Auswirkungen auf andere Organismen wurden bisher nicht untersucht, ebenso wenig wie jahreszeitlicher Druck und Zusammenhänge zu langfristigen Entwicklungen (individuelle Fitness mit Folgen für Reproduktionserfolg, Habitatverlust). Ein Vergleich verschiedener Fallstudien hinsichtlich Nutzungsdruck und naturschutzfachlicher Entwicklung wäre hier denkbar. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume Zur Kurzanalyse
Feuerwerke: Auswirkungen auf Fledermäuse, Störche et cetera. Welche Störungen sind feststellbar, gibt es Gewöhnungseffekte (besonders relevant große Seen und Berghütten)? Die Verwendung von Feuerwerkskörpern hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Insbesondere zum Jahreswechsel ist der Grundlärmpegel in Siedlungen erhöht (BOSCH & LURZ 2019). Studien zeigen, dass Tiere durch laute, abrupte Geräusche oftmals in Panik geraten, ihr Verhalten ändern sowie physiologische Reaktionen zeigen können (SHAMOUN-BARANES et al. 2011). Feuerwerke rufen aber auch bei fehlender Reaktion negative Effekte hervor. Dennoch sind die potenziellen kurz- und langfristigen Auswirkungen von Feuerwerkskörpern auf die wildlebende Fauna bisher kaum dokumentiert (PeEDREROS 2016). Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume Zur Kurzanalyse
Wie wirkt sich die Nutzung der Landschaft durch schnell wandelnde Trendsportarten wie Motorcrossfahrer, Dirt-Bike-Anlagen in Schutzgebieten, Mountainbiker, Cross Country Biker, Cross Country Runner, Jetski-Rennen, Hovercraft-Rennen auf die Lebensräume aus? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Wettbewerbe unterschiedlichster Ausrichtung (City Bike München, Marathonläufe, mit sehr großen Teilnehmerzahlen et cetera): Häufig fehlt die Zeit, um sich mit den Sportarten, Events und den zu erwartenden Auswirkungen ausreichend auseinander zu setzen, um einigermaßen gesicherte Aussagen treffen zu können. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Welche Auswirkungen haben vorgegebene Beleuchtungsnormen (konkretes Beispiel: Sportplatz Außenanlage) auf Insekten und wie können diese insektenfreundlicher gestaltet werden? Lichtverschmutzung, zum Beispiel durch Außenbeleuchtung, gewann in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit, insbesondere durch die zahlreichen Auswirkungen auf Menschen, Pflanzen und Tiere. Diese Auswirkungen wurden bereits vielerorts erforscht und zusammengetragen. Darüber hinaus flossen diese bereits in einige Leitfäden ein. Die Umsetzung in der Praxis ist derzeit gehemmt durch die Wahrnehmung der Normen (als Stand der aktuellen Technik) als rechtlich verpflichtend sowie das noch frische Bewusstsein über die Auswirkungen. Es sollte daher vor einer Bearbeitung dringend gesichtet werden, welche Literatur und Projekte existieren und wo weitere Forschung (zum Beispiel bestimmte Artengruppen) die Gestaltung von insektenfreundlicherer Beleuchtung unterstützen kann. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume

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Welches sind die Folgen beziehungsweise die Auswirkungen der Ausbringung von Nützlingen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Einbringung von gezüchteten Wildbienen als Bestäuber (Osmia rufa (Rote Mauerbiene)): Wie ist das naturschutzfachlich zu beurteilen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Wieviel Honigbiene verträgt die Landschaft/Naturschutzgebiete/bestimmte Lebensräume? Nicht zuletzt aufgrund des Bienensterbens, das auch die Honigbiene betrifft, nimmt die Zahl an Imkern zu. In der freien Landschaft interagieren Honigbienen unmittelbar mit Wildbienen, weshalb sie potenziell eine Konkurrenz darstellen und sich unter anderem negativ auf die Fitness und Reproduktion von Wildbienen auswirken können. In einzelnen Studien wurde dies bereits angedeutet, eine belastbare Wissensgrundlage fehlt. Zudem sind auch die sekundären Wirkungen auf die Verbreitung und Vitalität von Pflanzen unbekannt. Auf Basis der vorhandenen Studien können erste Hinweise abgeleitet werden (inklusive Pufferzonen um Apiaria), Einzelaspekte von Interesse könnten (müssten) in einer Feldstudie bearbeitet werden (diese wäre dann gegebenenfalls von europäischem Interesse). Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Vergleichende Analyse der Anbausysteme und Zersetzungshorizonte bezüglich der Fähigkeit zur Wasserinfiltration nach Starkregenereignissen Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

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Wie ändern sich die Artenzusammensetzungen in Grünländern im Zuge des Klimawandels? Wie verändern sich die Flächen unter den neuen Bedingungen (Trockenheit, Hitze, et cetera) bei gleichbleibenden Management? Wie wäre das Management gegebenenfalls anzupassen? Grünland ist sowohl quantitativ (Abnahme der Flächen in Bewirtschaftung) als auch qualitativ (Intensivierung) abnehmend. Der Klimawandel hat vielfältige und vor allem variable Auswirkungen, die sich regional unterscheiden. Viele Grünland-Entwicklungsmodelle existieren auf globaler Ebene. Regionale/lokale Studien sind dagegen seltener. Wo die Effekte auf Klimawandel konkret untersucht wurden, basiert dies meistens auf Simulationen der Faktoren Niederschlag und Temperatur und deren Auswirkungen auf Artenzusammensetzungen. Zum Teil wird das Management miteinbezogen. Oft sind die Ergebnisse inkonklusiv; die Managementpraktiken für Bayern müssten zusammengestellt werden, mit der bestehenden Literatur verglichen und daraus Managementoptionen gezogen werden. Es müsste überlegt werden, inwiefern standortspezifische Parameter hier berücksichtigt werden können, gegebenenfalls sind hier Experimente in oder Modelle für repräsentative/n Lebensräume/n sinnvoll. Veränderung und Entwicklung von Lebensraum Review von Danius (2021): Auswirkungen des Klimawandels auf das Grünland – am Beispiel der Flachland-Mähwiese und Pfeifengraswiese
Bromisierung: Bromus erectus (Aufrechte Trespe) breitet sich im Altmühltal aus. Was sind die relevanten Faktoren in der Bewirtschaftung und im Zuge des Klimawandels? Kalkmagerrasen sind wertvolle und artenreiche Lebensräume. Eine Zunahme im Bestand der Aufrechten Trespe führt zu einem Rückgang der Artenvielfalt (Pflanzen und Insekten). Als historisch entstandene Lebensräume ist ihr Erhalt abhängig vom richtigen Management, das auch an neue Bedingungen durch den Klimawandel angepasst ist. Hierfür ist Wissen über die Einflussfaktoren der Artenvielfalt und Veränderung des Lebensraums nowendig. Eine Zusammenschau relevanter Forschung kann identifizieren, ob hier noch Wissenslücken bestehen oder die Umsetzung in der Praxis gestärkt werden sollte. Veränderung und Entwicklung von Lebensraum
Was sind die klimatischen Auswirkungen auf Lebensraumtypen (insbesondere Wälder)? Beispielsweise Vertrocknung der Buchenwälder in Hessen, Eschentriebsterben, vertrocknete Kiefern in Mittelfranken Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Veränderung und Entwicklung von Lebensraum

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Welcher Herdenschutz ist erfolgreich gegen Wolf/Luchs beziehungsweise wie lässt sich Beweidung und Anwesenheit Wolf vereinen? Mit der Rückkehr und weiterer Ausbreitung großer Beutegreifer entstehen viele Konflikte zwischen (europäischem) Artenschutz und Landwirtschaft, speziell der Tierhaltung. Es besteht bereits eine gute Wissensbasis zur Effektivität von verschiedenen Herdenschutzmaßnahmen, jedoch ist ihre Umsetzung bei manchen Akteuren umstritten. Forschungsansätze, die auch die gesellschaftlichen und ökonomischen Anforderungen einbeziehen, können einen Beitrag zur Vereinbarkeit liefern; es sollte zunächst das bestehende Wissen und Konflikte, Lösungsansätze und kontextabhängigen Erfolgsstrategien zusammengetragen, und vielmehr, in einen Forschungs- und Stakeholderdialog gebracht werden, um offene Fragen zu definieren. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Rothirsch und dessen Auswirkungen auf Lebensräume (Lichte Wälder/Lebensraumtypen)? Interaktionen von Rothirschen mit Lebensräumen sind komplex. Zu nennen sind hier vor allem Endo- und Epizoochorie sowie Beäsung. Endozoochorie ist dabei bereits gut erforscht. Bei Epizoochorie an Fell und Hufen werden meist die geschossenen Individuen betrachtet. Daher leidet die Forschung hier unter geringen Stichprobengrößen. Auch die Auswirkungen des Transports von Kulturpflanzensamen ist wenig beforscht. Zur Beäsung besteht bereits eine breite Forschungslandschaft. Hier ist der Rothirsch nahezu immer mit dem Reh verbunden. In einigen Studien werden auch Damhirsche und Wildschweine mit untersucht. Die Abgrenzung des Rothirsches ist also schwierig. Zudem ist durch die Vielzahl an verschiedenen Lebensräumen relativ wenig Forschung zu den einzelnen Lebensraumtypen vorhanden. Rothirsch im Kontext zu lichtem Wald wird selten betrachtet. Auch die Auswirkungen auf die Fauna sind wenig untersucht. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Fischotter: Sauberes Monitoring (aktuell ein Männchenüberschuss beobachtet – bedeutet?), um das Wildtiermanagement steuern zu können (Konflikt Schutz Karpfen-Teichlandschaft) Der Fischotter-Managementplan für Bayern von 2013 und vergleichbare Vorhaben identifizieren bereits weiteren Forschungsbedarf wie die Ermittlung von Reviergrößen als Teil des Monitorings. Diesen gilt es mit bestehender Literatur abzugrenzen. Dazu gehört zum Beispiel, den Männchen-Überschuss zu kontextualisieren, wie er in anderen europäischen Populationen bereits als Teil einer natürlichen Schwankung (Männchenanteil bis 60 %) festgestellt wurde. Aufgrund der erfolgreichen Schutzmaßnahmen der Art nimmt das Konfliktpotenzial mit anderen Zielen zu, hier wäre eine Überprüfung von Maßnahmen zum Schutz der Karpfen-Teichlandschaft anzustrebender Forschungsgegenstand. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Nilgans: Welche Auswirkung hat die Nilgans auf die Zönosen? Ursprünglich als Ziervögel für Parkanlagen eingeführt, breiten sich Nilgänse seit etwa 1996 (erster Brutnachweis) zunehmend aus und gelten seit 2014 als sich am schnellsten in Deutschland ausbreitende Vogelart. Dadurch gibt es bereits einige Auswertungen und Informationsquellen (unter anderem zur Brutbiologie) sowie Hinweise, dass trotz des aggressiven Verteidigungsverhaltens von Nilgänsen keine unmittelbaren ökologischen Auswirkungen auf andere Vögel zu vermuten sind (Meideverhalten zu anderen Wasservögeln). Dennoch bestehen einige offene Fragen zur Erfassung/Brutbiologie und die vorliegenden Erkenntnisse aus anderen Bundesländern und Ländern (unter anderem Niederlande) könnten für Bayern überprüft werden. Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Zielkonflikte: Biber – Bachmuschel, Biber – Helmazurjungfer, Biber – Apium repens (Kriechender Sellerie): wie sind die Auswirkungen von Biberdämmen? Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume
Auswirkung des Bibers auf die Fischbestände (Zielarten Mühlkoppe; Bachneunauge; Bachforelle – auch im Kontext Flussperlmuschel) Noch keine Kurzbeschreibung vorhanden Auswirkungen auf Artengemeinschaften, Lebensräume

Ansprechpartnerin an der ANL

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Sonja Hölzl
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
Bayerisches Artenschutzzentrum - Netzwerk Forschung für die Praxis
Seethalerstraße 6
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Telefon +49 8682 8963-75
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