Fundgrube Naturschutz 48/1 – 2
Ob für das Netzwerk Forschung für die Praxis, neue Artikel oder Projekte – dafür recherchieren wir an der ANL viel im Internet. Und was wir dabei sonst noch so alles finden, möchten wir gerne mit Ihnen teilen!
Die Fundgrube wurde zusammengestellt von Sonja Hölzl, Netzwerk Forschung für die Praxis.
Die EU schlägt mit ihrer neuen „Roadmap towards Nature Credits“ vor, ein marktbasiertes System von „Naturgutschriften“ (Biodiversity Credits) zu etablieren, das Akteure wie Landwirte, Waldbesitzer und lokale Gemeinschaften für Investitionen in die Wiederherstellung und den Schutz von Ökosystemen entlohnt. In Finnland wird dies seit Ende 2024 mit dem Projekt Marketta umgesetzt: Unternehmen können Naturwert-Hektare erwerben, die in einem nationalen Register zertifiziert und erfasst sind.
Zum EU-Rahmenwerk: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/ALL/?uri=comnat%3ACOM_2025_0374_FIN
Finnland: https://valtioneuvosto.fi/en/-/1410903/framework-created-for-voluntary-nature-values-market-cooperation-started-to-boost-their-development
Beim Wacken Open Air gibt es oft Probleme mit nassen Flächen – deshalb wurde jetzt erstmals eine 200 Meter lange Teststrecke mit Paludi-Matten aus Moorpflanzen verlegt, die den Boden schützen sollen. Bestehen sie den „Härtetest Wacken“, könnten sie künftig im Wegebau, Landschaftsbau oder auf temporären Flächen eingesetzt werden und stellen eine weitere Bewirtschaftungsmöglichkeit für wiedervernässte Moore beziehungsweise Verwendungsmöglichkeit von Paludikultur-Produkten dar.
Meldung: www.z-u-g.org/meldungen/heavy-metal-trifft-moorschutz-bundesumweltminister-eroeffnet-teststrecke-aus-paludimatten-beim-wacken-open-air/
Im Münchner Werksviertel-Mitte gibt es auf dem Dach des Gebäudes WERK3 eine „Stadtalm“ mit einer Herde Walliser Schwarznasenschafe. Das Projekt verfolgt das Ziel, urbane Flächen ökologisch zu nutzen und Lebensräume für Tiere und Pflanzen in der Stadt zu schaffen. Ergänzend dazu werden von Joh’s Eckart individuelle 45-minütige Schaftouren angeboten, bei denen Teilnehmer mehr über die Haltung der Tiere und das Konzept der Stadtalm erfahren können. Die Stadtalm ist zudem Teil eines größeren nachhaltigen Projekts mit weiteren Elementen wie Bienenstöcken, Hühnern und urbanem Gartenbau.
Zur Meldung: https://muenchen.mitvergnuegen.com/2020/stadtalm-werksviertel/
Zu den Führungen: https://www.johseckart.de/event?tags=%5B2%5D&prevent_redirect=True
Mit einem Blick darauf, wie das Wort Natur in der Gesellschaft verwendet wird, kann festgestellt werden, dass seit 1800 unsere Naturverbundenheit sinkt und modelliert auch bis 2125 weiter sinken wird. Renaturierung oder urbane Natur wirken dem nur bedingt entgegen – vielmehr entscheidend ist die Weitergabe von Generation zu Generation: Kinder von naturverbundenen Eltern bekommen dies direkt als auch indirekt (zum Beispiel Erfahrungen durch Ausflüge) vermittelt.
Zur Studie: www.mdpi.com/2673-4834/6/3/82
Postkarten sind mittlerweile ein beliebtes Format, um Naturschutz zu kommunizieren. Die 23 Ziele des Global Biodiversity Framework (GBF) sind vergleichsweise abstrakt. Zusammen mit Illustratoren hat das Netzwerkforum Biodiversität Postkarten erarbeitet, um diese greifbarer zu machen. Als Postkarten, die auch zum Download verfügbar sind, bringen sie das Thema Biodiversität im Alltag näher und veranschaulichen die Handlungen, die nötig sind, um sie zu beschützen.
Mehr: www.ufz.de/nefo/index.php?de=47996
Zum Download der Fundgrube Naturschutz 48/1
Anliegen Natur 48/1 (2026): 4 Seiten als Volltext herunterladen (pdf barrierefrei 2,1 MB).






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