Neue Wege bei der Fließgewässerrenaturierung – Herstellung eines naturnächsten Zustandes von Bächen
Der Sixenbach vor der Renaturierung (links) – mit einem gestreckten Lauf mit etwa 1,5 Metern Tiefe und einer Bordbreite von 6 Metern. Nach der Renaturierung ist der Lauf mäandrierend mit
einer Tiefe von durchschnittlich 0,7 Metern und einer mittleren Breite von 1,4 Metern (Fotos Ralf Worm).
Ralf Worm
https://doi.org/10.63653/jngi1659
Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ostalbkreis hat mit seinen Partnern seit 2005 insgesamt 16,5 Fließgewässer renaturiert. Anders als bei der „Revitalisierung“, versuchen wir die hydrodynamischen Prozesse zu verstehen und den Naturzustand so weit wie möglich zu recherchieren und anzunähern. Dazu wird ein mäandrierender Lauf neu trassiert. Zur Dimensionierung von Mäanderradius und Querprofil werden die Urflurkarte, empirische Beziehungen und eigene Beobachtungen herangezogen, auch mit dem Ziel, regelmäßige Hochwasserereignisse zu reetablieren. Das Querprofil wird eigendynamisch während der bordvollen Abflüsse überformt. Durch diese Vorgehensweise werden Erdbewegungen sowie Modellierungsarbeiten und damit Kosten minimiert. Das Renaturierungsverfahren haben wir selbst entwickelt und folgen hierbei keinen Vorbildern. Es ist allerdings plausibel anzunehmen, dass Elemente des Verfahrens auch bereits von anderen in ähnlicher Form umgesetzt wurden.
Summary
New approaches in river restoration: Creating a near-natural state for streams
The Landscape Conservation Association (LEV) of the Ostalb district, together with its partners, has restored a total of 15 watercourses since 2005. Unlike conventional “revitalization,” our approach seeks to understand hydrodynamic processes and to research and approximate the natural state as closely as possible. To achieve this, a meandering course is newly designed. The dimensions of the meander radius and cross-section are determined using historical cadastral maps, empirical relationships, and our own observations, also with the aim of re-establishing regular flood events. The cross-section then develops dynamically on its own during bankfull flow conditions. This method minimizes earthworks as well as modeling efforts and thus reduces costs. We developed this restoration approach ourselves and do not follow any specific existing models. However, it is reasonable to assume that elements of this method may have been implemented in similar forms by others.
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