Hier finden Sie aktuelle Ergebnisse, Publikationen und Ereignisse aus Wissenschaft und Naturschutz. Die hier vorveröffentlichten Kurznachrichten werden zweimal jährlich in der Zeitschrift ANLiegen Natur zusammenfassend publiziert.
In vielen Seitentälchen geht die Quellschüttung zurück und die günstigen Habitatbereiche der Art verschieben sich immer weiter nach unten (Foto: Stefan Müller-Kroehling).
(Stefan Müller-Kroehling) Der Grubenlaufkäfer wird aufgrund seines Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Status seit 20 Jahren intensiv erforscht. Wir geben Einblick in die aktuellen Ergebnisse zu Vorkommen an den Rändern seines Areals und zur genetischen Einschätzung der taxonomischen Gliederung. Wiederfunde geben Anlass zur Hoffnung auf den langfristigen Erhalt beider Unterarten. Ob es sich möglicherweise sogar um eigenständige Arten handelt, ist weiterhin ungeklärt.
Der Grubenlaufkäfer hat sich seit seiner Aufnahme in die Anhänge der FFH-Richtlinie vor gut 20 Jahren als eine große Bereicherung des Natura 2000-Netzes erwiesen. In Bezug auf die Naturnähe und den Wasserhaushalt seiner Lebensräume ist es eine anspruchsvolle Art. Zugleich ist sie zwar bedingt ausbreitungsfähig, jedoch nur „fußläufig“, und ist daher auf Konnektivität ihrer naturnahen Lebensräume angewiesen. Das macht die Art zu einem idealen Indikator für Vernetztheit des „Europäischen Netzes Natura 2000“.
Viele Arten haben seit ihrer Aufnahme in die FFH-Anhänge eine sprunghafte Zunahme von Forschung und Erhebungen erfahren, so auch der Grubenlaufkäfer. Wir stellen seit dem letzten „Newsticker“ (MÜLLER-KROEHLING 2022) einige aktuelle Erkenntnisse vor.
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Veröffentlicht am 03. November 2025
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Titelbild des Buches „Die Borkenkäfer Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – Mit Splint- und Eichenkernholzkäfern“
(Wolfram Adelmann) Klein, rund und voller Tatendrang: Die Borkenkäfer sind die wahren Macher unserer Wälder – ob man sie liebt oder fürchtet. Prof. Dr. Wolfgang Rohe zeigt in seinem Buch, dass hinter den winzigen Rindenbewohnern mehr steckt als der vermeintliche Waldfeind Nr. 1. Diese Rüsselkäfer-Unterfamilie ist faszinierend: ökologisch top vernetzt, evolutionär erfolgreich und für viele Tiere ein wichtiges Buffet. Als Schlüsselarten des Waldes prägen sie ganze Landschaften.
Wer ein handliches Büchlein erwartet, wird völlig überrascht: Das 2,4 Kilogramm schwere, 676 Seiten starke Werk bietet geballtes Wissen und ist gleichzeitig ein charmantes Nachschlagewerk. Rund 125 Arten werden beschrieben. Da der Klimawandel unsere Wälder kräftig umkrempelt, ist es höchste Zeit, die kleinen Holzbewohner besser kennenzulernen. Genau das gelingt Rohe – mit fundiertem Fachwissen, sehr gutem Bestimmungsschlüssel, tiefer Artenkenntnis, qualitativ hochwertigen Fotos (hier auch die Fraßbilder im Holz/Bast) und vielen anschaulichen Erklärungen.
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Veröffentlicht am 03. November 2025
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Das Neubauprojekt an der Stargarder Straße in Ingolstadt kombiniert durch die Umsetzung von Animal-Aided Design Wohn- und Aufenthaltsbereiche für Menschen und lebenswichtige Strukturen für Wildtiere (alle Fotos: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH).
Doris Maurer
https://doi.org/10.63653/dkfl3237
Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt hat ein Modellprojekt mit Animal-Aided Design (AAD) verwirklicht. Zielarten wie Haussperling (Passer domesticus), Igel (Erinaceus europaeus), Admiral (Vanessa atalanta) und Fledermäuse sollen durch strukturelle Maßnahmen wie Fassadennisthilfen und einer angepassten Gestaltung der Außenanlagen gefördert werden. Die Erfahrungen zeigen, dass zur Auswahl passender Strukturen und um technische Herausforderungen meistern zu können, eine enge Zusammenarbeit von Architekten, Fachplanern und Naturschutzexperten notwendig ist. Die Integration tiergerechter Lebensräume in Bauprojekte ist mit nur geringen Mehrkosten (zirka 0,06 % der Baukosten) realisierbar und kann einen effektiven Beitrag zur Förderung urbaner Biodiversität leisten.
Summary
Animal-Aided Design in residential construction: experiences with implementation
The non-profit housing association Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt has implemented a pilot project based on Animal-Aided Design (AAD). Target species such as house sparrows, hedgehogs, red admirals, and bats are to be supported through structural measures like facade nesting aids and the tailored design of outdoor areas. Experience has shown that close collaboration between architects, specialist planners, and nature conservation experts is essential for selecting appropriate structures and overcoming technical challenges. Integrating animal-friendly habitats into construction projects can be achieved with only minimal additional costs (approximately 0.06 % of construction costs) and can make an effective contribution to promoting urban biodiversity.
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Veröffentlicht am 28. Oktober 2025
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Reizvolles Farbenspiel – Salbei-Glatthaferwiese im Hohenburger Hügelland (Foto: ©Jonas Garschhammer)
Jonas Garschhammer und Christopher Meyer
https://doi.org/10.63653/grka5832
Das Projekt „Biotopverbund für die Knautien-Sandbiene“ im nördlichen Landkreis Rosenheim fördert die Entwicklung artenreicher Salbei-Glatthaferwiesen auf mageren Steilhängen zur Unterstützung der seltenen Knautien-Sandbiene. Die Hauptgefährdung besteht auf diesen Sonderstandorten durch Nutzungsaufgabe oder Unternutzung. Durch die Auswertung eines digitalen Geländemodells wurden Potenzialflächen ermittelt und anschließend die Flächenverfügbarkeit geprüft. Im Rahmen des Projektes konnte durch Vermittlung von Förderprogrammen und Maßnahmen ein funktionaler Biotopverbund von 68 Einzelflächen (39,5 ha) wiederhergestellt werden. Die Flächenverfügbarkeit und die Akzeptanz der Maßnahme waren außergewöhnlich hoch (74 %), limitierend wirkten jedoch reduzierte Fördermittel und fehlende Landschaftspfleger. Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag für den lokalen Biotopverbund sowie nationale wie auch europäische Zielsetzung im Erhalt und der Pflege von Flachland-Mähwiesen (LRT 6510).
Summary
Habitat Network for the Large Scabious Mining Bee (Andrena hattorfiana): Development of tall oat-grass meadows in the Terminal Moraine Area of the former Inn Glacier
The project „Habitat Network for the Large Scabious Mining Bee“ in the northern district of Rosenheim promotes the development of species-rich tall oat-grass meadows (Salvia-Arrhenatherum) on nutrient-poor steep slopes to support the rare Large Scabious Mining Bee (Andrena hattorfiana). The primary threat to these specialized habitats arises from land abandonment or insufficient land use. By analyzing a digital terrain model, potential habitat areas were identified, and land availability was subsequently assessed. Within the scope of the project, the establishment of a functional habitat network comprising 68 individual sites (totaling 39.5 hectares) was achieved through the facilitation of agri-environmental schemes and targeted management measures. Land availability and stakeholder acceptance were exceptionally high (74 %); however, the project was constrained by reduced funding and a shortage of landscape management personnel. This project represents a significant contribution to the local habitat connectivity and aligns with both national and European conservation objectives for the maintenance and restoration of lowland hay meadows (Habitat Type 6510 under the EU Habitats Directive).
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Veröffentlicht am 20. Oktober 2025
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Logo des „Netzwerk Forschung für die Praxis“ an der ANL (Grafik: Nicole Zauner).
Ob für das Netzwerk Forschung für die Praxis, neue Artikel oder Projekte – dafür recherchieren wir an der ANL viel im Internet. Und was wir dabei sonst noch so alles finden, möchten wir gerne mit Ihnen teilen!
Die Fundgrube wurde zusammengestellt von Kerstin Miegler, FÖJ, und Sonja Hölzl, Netzwerk Forschung für die Praxis.
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Veröffentlicht am 13. Oktober 2025
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Titelbild des Buches „Praxishandbuch Nutzpflanzenbestäubung – Ertragssteigerung durch die Förderung von Biodiversität“
(Wolfram Adelmann) Dieses Handbuch zeigt, wie Sie gezielt die Bestäubung ihrer Nutzpflanzen verbessern können. Im Mittelpunkt stehen Wildbienen, welche den Ertrag und die Qualität vieler Obst- und Gemüsesorten deutlich steigern. Die große Stärke des Buches liegt im klaren Praxisbezug. Es verbindet wissenschaftlich fundiertes Wissen mit umsetzbaren Vorschlägen. Pflanzenporträts, viele Fotos und konkrete Tipps machen die Inhalte anschaulich und alltagstauglich.
Das Buch hat eine klare Gliederung in eine wissenschaftlichen Einleitung, gefolgt von Nutzpflanzensteckbriefen von Obst, Gemüse und Ölsaaten, Steckbriefen wichtiger Wildbienengruppen sowie konkreten Maßnahmensteckbriefen, gegliedert in Nahrungs- und Nisthabitate. Letztere zeigen auf rund 20 Seiten sehr kompakt und verständlich, wie man Lebensräume anlegt, Nistplätze schafft oder Pflegearbeiten anpasst, um Bestäuber zu fördern.
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Veröffentlicht am 08. Oktober 2025
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Titelbild des Buches „Schmetterlinge – Die Tagfalter und Widderchen Deutschlands“
(Andreas Scheufele) „Die Tagfalter Deutschlands“ hat mich und sicher auch andere Naturbegeisterte schon oft begleitet. Nun erschien nach rund zehn Jahren die deutlich überarbeitete vierte Auflage, erweitert um die Gruppe der Widderchen.
Das Buch ist sich dabei treu geblieben. Die in Deutschland außerhalb der Alpen verbreiteten Tagfalter werden vorgestellt: Wichtigste Artmerkmale, Informationen zu Lebensraum und Lebensweise, Nachweismethodik, gesetzlicher Schutz, Gefährdungsstatus sowie Verbreitung in einer vereinfachten Deutschlandkarte. Außerdem sind hochauflösende Fotos des entwickelten Falters, oft auch von Ei und Raupe, enthalten. Die verschiedenen Entwicklungsstadien im Jahresverlauf werden anhand eines Phänogramms dargestellt. Das Herzstück des Buches bilden jedoch die hervorragenden Vergleichstafeln, die es bei der Bestimmung von Faltern ermöglichen, die Merkmale von sich ähnelnden Arten schnell gegeneinander abzugleichen.
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Veröffentlicht am 08. Oktober 2025
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Titelbild vom „Handbuch Artenschutzstrafrecht“.
(Dorothee Stiriz) Arbeitet man sich in das Artenschutzrecht ein, stellt man schnell fest, dass der Einstieg in dieses Rechtsgebiet nicht gerade trivial ist: Die Historie ist lang, die Dynamik hoch, die relevanten Normen finden sich in mehreren Rechtstexten mit vielen Anhängen und sind von Verweisungen geprägt. So kann es für den ungeübten Juristen bereits eine Herausforderung darstellen, den Schutzstatus einer Art festzustellen und ihn einzuordnen.
Mit dem im Dezember 2024 in erster Auflage erschienenen „Handbuch Artenschutzstrafrecht“ möchten die Autoren Abhilfe schaffen. Der Titel verrät, dass es sich auf seinen 176 Seiten im Kern auf die §§ 71 und 71a des Bundesnaturschutzgesetzes konzentriert. Ordnungswidrigkeiten werden nicht behandelt. Darüber hinaus zeigt das Handbuch Probleme bei der Verfolgung von Artenschutzkriminalität sowie Vollzugsdefizite auf und widmet sich im letzten und umfassendsten Teil der Wissensvertiefung.
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Veröffentlicht am 23. September 2025
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Titelbild des ersten Teilbandes „Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 – BfN-Handbuch zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-richtlinie“
(Hannah Burger, Pascal Aloisio und Axel Ssymank, alle BfN) Welche europaweit geschützten Lebensraumtypen kommen in Deutschland vor? Woran kann man sie erkennen und was zeichnet sie aus? Wie reagieren sie auf die Folgen des Klimawandels, die Ausbreitung nicht heimischer Pflanzenarten und zunehmende Stickstoffanreicherung? Für welche Tierarten sind sie ein wichtiger Lebensraum? Wie können sie erhalten und gepflegt werden? Die Antworten gibt das mehrbändige BfN-Handbuch, dessen Teilbände (2.1 und 2.2) das Bundesamt für Naturschutz (BfN) umfassend überarbeitet hat.
Das Schutzgebietssystem Natura 2000 zielt darauf ab, die biologische Vielfalt zu bewahren. Eine wichtige Grundlage bilden die nach der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen mit ihrem typischen Arteninventar, die erhalten und wiederhergestellt werden sollen.
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Veröffentlicht am 23. September 2025
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Titelbild des Buches „Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas – Froschlurche III B“
(Andreas Zahn) Das ist kein Buch für den Nachttisch, sondern eher für die Vorbereitung auf die BANU-Amphibien-Prüfung, Niveau Gold. Das liegt in der Natur der Sache. Denn die Verwandtschaftsverhältnisse der europäischen Wasserfrösche (Familie Ranidae, Echte Frösche), also der Artengruppe, um die es in dem Werk geht, sind komplex, teilweise unvollständig bekannt und voller Überraschungen. Die versierten Autoren haben den Stand des Wissens bestmöglich dargelegt und wenn man sich konzentriert, kann man sogar die Vererbungsschemata der Hybridformen nachvollziehen.
Wer sich auf wissenschaftlichem Niveau mit heimischen Amphibien beschäftigt, kommt an dieser schweren Kost nicht vorbei und auch Fachgutachtende sind gut beraten, sich zumindest die Kapitel über die in Deutschland vorkommenden Wasserfrösche zu Gemüte zu führen. Schon weil der Kleine Wasserfrosch immer seltener wird und zur Einschätzung seiner Situation auch Teich- und Seefrosch berücksichtigt werden müssen, wozu die Angaben zu Bestimmung und zu den Habitaten wichtige Hinweise geben.
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Veröffentlicht am 17. September 2025
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